Was ist Psychotherapie?
Psychotherapie bietet einen geschützten Raum, in dem Sie sich mit dem auseinandersetzen können, was Sie beschäftigt, belastet oder gerade in Ihrem Leben schwierig ist. Dabei geht es darum, sich selbst selbst besser zu verstehen, neue Perspektiven zu entwickeln und herauszufinden, was Sie brauchen. Dafür gibt es unterschiedliche therapeutische Möglichkeiten, Ansätze, Interventionen – im Mittelpunkt steht für mich aber immer die Beziehung zwischen uns und das, was Sie gerade mitbringen.
Wann und warum ist Psychotherapie sinnvoll?
Es gibt keinen „richtigen“ Zeitpunkt, um eine Psychotherapie zu beginnen. Manchmal ist der Leidensdruck groß und Sie möchten möglichst schnell etwas verändern. Manchmal merken Sie zunächst nur, dass etwas nicht mehr so funktioniert wie bisher oder es geht darum, dass Sie sich selbst besser verstehen möchten. Auch wenn Sie noch nicht genau wissen, was eigentlich los ist, kann ein Erstgespräch ein guter Ausgangspunkt sein. Wichtig ist mir, dass Sie sich aus eigener Entscheidung für eine Therapie entscheiden.
Was ist Integrative Gestalttherapie?
In meiner Arbeit steht die Beziehung zwischen Ihnen und mir im Mittelpunkt. Die therapeutische Methode ist für mich dabei eher der Rahmen im Hintergrund, wobei diese Methode genau auf die Begegnungen im Moment fokussiert ist. Denn die Integrative Gestalttherapie richtet den Blick besonders auf das Hier und Jetzt: Was nehmen Sie gerade wahr? Was fühlen Sie gerade? Was passiert zwischen uns? Und was zeigt sich vielleicht immer wieder in Ihrem Alltag? Eines ist wichtig: das Wahrnehmen im Hier und Jetzt bedeutet auch, dass vergangene Erfahrungen eingebracht werden - bewusst oder unbewusst. Denn alles das, was im Leben passiert ist, prägt das Denken, Handeln und Verhalten in bestimmten Situationen.
Noch eines: Durch meine berufliche Erfahrung im institutionellen Bereich fließen außerdem immer wieder Elemente aus anderen therapeutischen Ansätzen, insbesondere aus der systemischen Therapie und der Verhaltenstherapie, in meine Arbeit ein.
Was kostet Psychotherapie?
Mein aktueller Standardtarif beträgt 120 Euro pro Einheit.
Die Dauer einer Einheit, die mögliche Frequenz und die genauen Rahmenbedingungen besprechen wir im Erstgespräch.
Welche finanzielle Unterstützung gibt es?
Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie einen Teil der Kosten für Psychotherapie von Ihrer Krankenkasse rückerstattet bekommen. Voraussetzung dafür ist in der Regel eine psychische Erkrankung mit Krankheitswert. Die Höhe der Rückerstattung hängt von Ihrer jeweiligen Krankenkasse ab.
Aktuelle Rückerstattung:
- ÖGK: 33,70 Euro
- BVAEB: 50,20 Euro
- SVS: 50,00 Euro
Ich habe keine vollständig von der Krankenkasse finanzierten Therapieplätze. Wenn die Kosten für Sie eine Herausforderung darstellen, sprechen Sie mich trotzdem gerne darauf an. In begründeten Fällen kann ich auch vorübergehend einen Sozialtarif anbieten.
Was muss ich im Erstgespräch erzählen?
Sie müssen sich auf das Erstgespräch nicht vorbereiten. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge und auch keine „richtigen“ Dinge, die es zu erzählen gilt. Wir lernen uns kennen und schauen gemeinsam, was Sie aktuell beschäftigt und was Sie sich von einer Psychotherapie wünschen. Gerade wenn Sie neurodivergent sind, kann es schwierig sein, die eigene Geschichte spontan und strukturiert zu erzählen. Sie dürfen sichdafür Zeit nehmen, Notizen mitbringen oder auch sagen, dass Sie gerade nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Im Erstgespräch klären wir außerdem organisatorische Fragen, zum Beispiel die Häufigkeit der Termine und den weiteren Ablauf.
Wie oft und wie lange ist Psychotherapie sinnvoll?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Wie oft wir uns sehen, hängt unter anderem von Ihren Zielen, Ihrer aktuellen Situation und Ihren persönlichen Möglichkeiten ab. Zu Beginn arbeite ich gerne mit wöchentlichen Terminen. So können wir uns kennenlernen und einen guten gemeinsamen therapeutischen Prozess entwickeln. Im Laufe der Therapie können sich die Abstände verändern. Häufig werden die Termine später auf 14-tägige Abstände reduziert, manchmal sind auch größere Abstände sinnvoll. In akuten Krisen kann es umgekehrt hilfreich sein, sich vorübergehend häufiger zu sehen.
Mit welchen Themen kann ich zu Ihnen kommen?
Grundsätzlich können Sie mit allem zu mir kommen, die Sie beschäftigen und die Ihnen wichtig ist.
Meine Schwerpunkte liegen insbesondere bei:
- Neurodivergenz, insbesondere Autismus und ADHS
- Traumafolgen
- Essstörungen und problematisches Essverhalten
- Identitätsfragen und Selbstverständnis
- Ängste
- Depressionen
Gerade bei Neurodivergenz geht es für mich darum gemeinsam mit Ihnen zu verstehen, wie Sie die Welt erleben, welche Bedürfnisse Sie haben und welche Strategien Ihnen tatsächlich guttun.
Ich arbeite nicht mit Kindern. Mit Jugendlichen ab 14 Jahren arbeite ich in einzelnen Fällen nach vorheriger Absprache. Wenn sich im Laufe der ersten Gespräche zeigt, dass Ihr Anliegen außerhalb meiner therapeutischen Schwerpunkte oder Kompetenzen liegt, bespreche ich das offen mit Ihnen und unterstütze Sie nach Möglichkeit dabei, passende Kolleg:innen zu finden.
Wie komme ich zu einer Diagnostik oder zu Medikamenten?
Als Psychotherapeutin kann ich selbst keine psychologische oder medizinische Diagnostik durchführen und auch keine Medikamente verschreiben.
Wenn sich im Rahmen der Psychotherapie die Frage nach einer diagnostischen Abklärung stellt – zum Beispiel im Hinblick auf Autismus oder ADHS – können wir gemeinsam besprechen, ob und welche Abklärung sinnvoll sein könnte. Für die psychologische Diagnostik sind klinische Psycholog:innen zuständig. Wenn eine medikamentöse Behandlung sinnvoll erscheint, erfolgt die medizinische Abklärung bei einer Ärztin oder einem Arzt. Auch die Verschreibung und Begleitung einer medikamentösen Behandlung liegt im ärztlichen Bereich. Ich unterstütze Sie gerne dabei, die verschiedenen Möglichkeiten zu verstehen und gemeinsam zu überlegen, welcher nächste Schritt für Sie passend ist.
Ich vermute, dass ich neurodivergent bin. Ist Psychotherapie trotzdem sinnvoll?
Ja. Viele Menschen kommen mit Fragen wie: „Warum bin ich anders als andere?“, „Warum sind alltägliche Dinge für mich so anstrengend?“ oder „Warum habe ich das Gefühl, ständig kompensieren zu müssen?“
Auch ohne fertige Diagnose kann es hilfreich sein, die eigene Wahrnehmung und die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen. Dabei ist mir wichtig, nicht vorschnell alles durch eine diagnostische Brille zu betrachten. Wir schauen gemeinsam darauf, was für Sie tatsächlich relevant ist und was Ihnen im Alltag helfen kann.
Kann ich Angehörige mitbringen?
Grundsätzlich ist die Psychotherapie Ihre Zeit und Ihr geschützter Raum. Wenn Sie beispielsweise Ihr Kind mitnehmen, kann es nach vorheriger Absprache im Vorraum warten. Bitte sprechen Sie mich vorher darauf an, damit wir gemeinsam schauen können, was in Ihrer konkreten Situation möglich ist. In manchen Situationen kann es auch sinnvoll sein, dass Ihre Partner:innen bei einem Gespräch dabei sind – beispielsweise, wenn es darum geht, neurodivergente Bedürfnisse besser zu verstehen oder gemeinsam bestimmte Situationen zu besprechen. Das passiert aber nur nach Absprache mit Ihnen und wenn Sie es ausdrücklich möchten.
Ich wohne weiter weg. Ist auch Psychotherapie per Video möglich?
Wenn regelmäßige Termine vor Ort für Sie aufgrund der Entfernung nicht möglich sind, biete ich nach Absprache auch Psychotherapie per Video an. Grundsätzlich ist mir der persönliche Kontakt in der Praxis wichtig. Gleichzeitig kann Online-Therapie eine gute Möglichkeit sein, wenn die Entfernung oder andere Rahmenbedingungen regelmäßige Termine vor Ort erschweren.
Was passiert, wenn ich eine vereinbarte Stunde nicht wahrnehmen kann?
Wenn Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, bitte ich Sie, mir mindestens 48 Stunden vorher abzusagen. Da ich die vereinbarte Zeit ausschließlich für Sie reserviere, muss ich Termine, die kurzfristiger abgesagt werden oder ohne Absage nicht wahrgenommen werden, grundsätzlich verrechnen. Sollte einmal etwas Unvorhergesehenes passieren, sprechen Sie mich bitte trotzdem an – wir können dann gemeinsam schauen, wie wir damit umgehen.